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Rückblick 46. Leipzig Marathon

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Rückblick

Das war der 46. LEIPZIG MARATHON am 21.04.2024

Das Sommerwetter im April verursachte einen Meldeboom

Schon vor Beginn des 46. Leipzig Marathon vom 21.04.2024 standen fast 9.000 Teilnehmer in den Meldelisten – mehr als in Vor-Coronazeiten. Bei Sommertemperaturen von über 25°C , die seit Anfang April herrschten, wollten offenbar viele Läuferinnen und Läufer schon möglichst früh im Jahr einen guten Lauf unter Dach und Fach bringen.

Doch solche Pläne gingen nicht auf: der Morgen des Wettkampftages kam mit Kälte und Schneeregen und vereitelte so manchen guten Vorsatz.

Ob dabei der Komet 12p / Pons-Brooks, wegen seiner „Hörner“ auch Teufelskomet genannt, eine Rolle spielte, ist nicht bekannt. Es stimmt aber, dass er gerade am M-Day (= Marathontag) am Leipziger Nachthimmel auftauchte – und man ihm nichts Gutes nachsagte. Aber im Jahre 2024, dem Jahr der Polarlichter, war sein Erscheinen durchaus nicht ungewöhnlich. Aller 71 Jahre ist er ja dort zu sehen – ohne oder mit Marathon.

Der schlechte Ruf des Schweifsterns bestätigte sich aber nicht. Bis 10 Uhr riss der Himmel auf. Es war zwar windig , aber im Großen und Ganzen herrschte gutes Laufwetter.

Den größten Zuspruch hatte der Halbmarathon

Insgesamt nahmen 7.229 Läuferinnen und Läufer bzw. Skaterinnen und Skater an den angebotenen Wettkämpfen teil. 795 (11 %) von ihnen starteten beim Marathonlauf, 3.043 (42 %) im Halbmarathon, 1.384 (19 %) in den 10-km-Wettbewerben im Laufen und Walken, 1.181 (16 %) im Rahmen des Schülermannschaftsmarathons, 471 (7 %) im 4-km-Lauf und 355 (5 %) in den Skating-Wettbewerben.

Neue organisatorische Abläufe bewährten sich

Der Stadtsportbund, die Veranstaltungsagentur EmiR Entertainment und der Leipzig Marathon e.V. stellten wie im Vorjahr eine attraktive Veranstaltung auf die Beine. Die Gesamtleitung oblag dabei Michael Mamzed. 20 Jahre lang hatte der Nachfolger von Gründungsvater Heinrich Hagenloch diesen Job mit Bravour gemacht. Nun geht er in Rente – aber ganz los lässt er seinen Marathon bestimmt noch nicht.

Die Neuerungen betrafen die folgenden Ressorts:

  1. Die Nachmeldung
    Die Bezahlung der Nachmeldegebühr erforderte – im Gegensatz zu bisher – kein Bargeld mehr. Die bargeldlose Abwicklung vereinfachte und beschleunigte die Arbeitsabläufe im Meldebüro und erhöhte auch die Sicherheit des dort abgewickelten Zahlungsverkehrs. Niemand musste mehr Geld wechseln oder es nach Veranstaltungsschluss zur Bank bringen.
  2. Die Streckenverpflegung
    Sie erfolgte nicht mehr zentral, sondern in „Eigenregie“ der Verpflegungsstützpunkte.
    Jede Station verfügte deshalb über ein „eigenes“ Versorgungsfahrzeug, welches vom Partner CITY-CAR zur Verfügung gestellt wurde. Das „fliegende Büfett“ schaffte alles heran, was entsprechend des Laufgeschehens unmittelbar vor Ort gebraucht wurde – auch für die Letzten.
  3. Das Imbiss-Angebot auf dem Campus
    Es erfolgte erstmals auch vegan durch das Leipziger Restaurant Kaspar Schmauser. Diese Ergänzung des Caterings wurde von Zuschauern und Aktiven sehr gut angenommen.
  4. Die Siegerehrung
    Die Marathonsiegerin und der Marathonsieger erhielten – wie immer – Blumen, Medaille , Urkunde und Sponsorengeschenk. Hinzu kam diesmal ein goldener Siegerkranz.
    Spendiert hatte die beiden Kränze der frühere Stammgast des Laufs Klaus Gerngroß aus Falkenstein im Vogtland. Er startete von 1977-1990 jährlich und noch einmal 1997 – also insgesamt 15-mal – in Leipzig.

Die Familien kamen auf ihre Kosten

Das vielfältige Laufprogramm entsprach dem familiären Charakter der Veranstaltung. Auffällig war, dass aus vielen Familien gleich zwei oder mehrere Familienmitglieder läuferisch unterwegs waren. Mütter und Väter feuerten ihre Kinder an, die Kinder ihre Mütter und Väter. Dazu Luftballons, Trommelwirbel oder Popmusik. Sport und Spaß auch beim Marathon. Das war es, was die meisten Besucher besonders schätzten.

Die Marathonstrecke war die gleiche wie im Vorjahr

Die Marathon-Läufer hatten 1 Runde zu etwa 21 km zweimal hintereinander zurückzulegen. Am Anfang jeder Runde ging es leicht bergan, an deren Ende aber leicht bergab. Wer es zweimal bis zum Völkerschlachtdenkmal geschafft hatte, der „rollte“ dann fast von selbst ins Ziel. Das Marathon-Ergebnisprotokoll des Baer-Services nannte nur 5 Teilnehmer, die den Lauf nicht beendeten. DNF – (Did not finish) stand dann hinter deren Namen. 1977, beim ersten Lauf der „Leipzig Marathon“-Serie, war es fast die Hälfte der Teilnehmer, die ausgestiegen war! Im Ergebnisprotokoll hieß es lapidar: gestartet 183, im Ziel 100.

Wer sich vor dem Wettkampf über den Streckenverlauf informieren wollte, konnte gut aufbereitetes Kartenmaterial einsehen. Mitführen musste er es nicht. Die Strecke war gut markiert.

Sieger: Nic Ihlow / Leipzig

Das Ziel des zweifachen Leipzig-Marathon-Siegers war klar: DAS TRIPLE. Das heißt: seinen Siegen von 2019 und 2023 wollte Nic Ihlow (SC DHfK Leipzig) den Sieg Nummer 3 hinzufügen. Dieses Vorhaben gelang. Damit gehörte er zum respektablen Kreis der Mehrfachsieger des Leipzig Marathon. (s. Kasten)

Die Mehrfachsieger des Leipzig Marathon 1977-2024:

2-fach-Sieger
Detlef KröplinRostock1978, 1979
Petra ZocherTorgau1981, 1982
Uta PippigPotsdam1986, 1987
Beate KaukeLeipzig1986, 1987
Konstanze SaarLeipzig1995, 1997
Michael AspergerLeipzig1995, 1998
Marcel MataninSlowakei2006, 2007
Maxim SaliiLeipzig2009, 2010
Yvonne van VlerkenLeipzig2019, 2023
3-fach-Sieger
Jacob StillerLeipzig2015, 2017, 2018
Nic IhlowLeipzig2019, 2023, 2024
4-fach-Sieger
Carina SchippLeipzig2008, 2009, 2010, 2012
6-fach-Sieger
Dr. Klaus GoldammerBerlin1981, 1982, 1984, 1990, 1996, 1997
Tatjana SemjonowaLeipzig1998, 2000, 2001, 2002, 2003, 2007

Zur Vorbereitung auf die Laufsaison 2024 hatte Nic Ihlow siebeneinhalb Wochen in Kenia trainiert und im Anschluss daran zwei anspruchsvolle Wettkämpfe bestritten. Bereits 1 Woche später stand die Titelverteidigung beim Leipzig Marathon an. Dabei stellte sich die Frage, ob hierfür die knapp bemessene Erholungszeit reichen würde. Die Antwort: wenn der Sieg keine Bestzeit erfordere, dann ja. Nic Ihlow (Bestzeit: 2:15: 07 Std.) ging ins Risiko – und siegte. 2:28:59 Stunden reichten aus, um von nun an ein dreifacher Sieger des Leipzig Marathon zu sein.

In der ersten Runde des Rennens lief es für Nic Ihlow allerdings nicht so gut. Da steckte ihm noch der morgendliche Wetterschock in den Gliedern. Aber im Windschatten des Niederländers Joris Spigt (LG Exa Leipzig) – ein Dr. der Philosophie, der an der Leipziger Universität arbeitete und weise genug war, verhalten anzugehen – gelang es ihm immer besser, in den Lauf hineinzukommen.

In der zweiten Runde wendete Nic Ihlow das Blatt. Jetzt war er es, der Druck machte. Joris Spigt folgte, aber mitgehen konnte er das höhere Tempo nicht. Mit einem Rückstand von 4 Minuten musste er sich geschlagen geben.

An dritter Stelle kam Ronny Seidel aus Wasserberg ins Ziel. Fast im Minutentakt folgte ihm eine Kette von Einzelkämpfern. Das Gute daran war, dass Moderator Roman Knoblauch dadurch viele von ihnen höchstselbst abklatschen konnte.

Siegerin: Antonia Müller / Leipzig

Antonia Müller (LG Exa Leipzig) ist 5 Wochen vor dem Leipziger Marathontermin den Los Angeles Marathon gelaufen und wollte nun beim Leipzig Marathon einfach nur dabei sein. Eine Chance, vorn mitzumischen, sah sie nicht, solange sie annahm, dass auch Yvonne van Vlerken, die Siegerin von 2019 und 2023, wieder starten würde. Die Niederländerin hatte aber andere Pläne. Sie wollte schneller werden und bevorzugte diesmal den Halbmarathon.

Das hieß für Antonia Müller: Kurswechsel, alle Kraft für Leipzig! Ihr Lebensgefährte Julian Sinke, der bei den Männern den 5. Platz belegte, unterstützte diesen Plan. Unter 3 Stunden wollte sie wenigstens kommen – 2:54:30 Stunden wurden es. Und dazu der Sieg. Der zweite Platz ging an Maria Miether aus Altmittweida (Sachsen). Mit 2:59:16 Std. blieb auch sie noch unter der 3-Stunden-Marke. Dritte wurde Kristina Grieger aus Bayreuth (Bayern) mit einer Zeit von 3:06:59 Stunden.

Bekannte Sportler starteten wieder in den Rahmenwettbewerben

Im Halbmarathon siegte der Nordisch-Kombinierte Jakob Lange (WSV Kiefersfelden bei Rosenheim / Bayern) mit einer Zeit von1:06:56 Std. Yvonne van Vlerken (Leipzig) schaffte mit 1:16:58 Std. einen neuen Veranstaltungsrekord.

Im 10-km-Lauf überzeugte Richard Vogelsang (TSG Markkleeberg) mit einer Siegerzeit von 30:18 Min. Stark präsentierte sich wieder die Leipziger Familie Bogen: Die Geschwister Bianca Bogen (Siegerin in 35:40 Min.), Rico Bogen (Dritter in 30:26 Min.) und last but not least Mutter Kathrin Bogen (Fünfte in 39:42 Min.) – alle 3 vom „Team Leipziger“.

Die guten Ergebnisse in den Rahmenwettbewerben sprechen für sich. In Leipzig sind sie aber oft auch Schritte auf dem Weg zum „großen“ Marathon.

Veranstalter

Rückblick - von damals bis heute

Ein Rückblick auf LEIPZIG MARATHON

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